Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Wie innen, so am besten auch außen

Auch wenn sexuelle Attribute immer eine Rolle spielen, so werden die gesellschaftlichen meist sogar noch höher eingestuft. In der HipHop begeisterten Klasse wäre ein Mädchen in konservativer Kleidung nicht so beliebt wie eines, das körperlich attraktiv ist und das den Lebensstil ebenso auslebt. In einer teueren Musik-Hochschule könnte das wiederum genau umgekehrt sein.

Punkmode

Dass man mit guter Kleidung, was auch immer dieser Ausdruck für jeden einzelnen bedeuten mag, also wertvoller und stärker erscheint, nutzen viele Menschen für sich. Aber es kommt nicht von ungefähr, dass man eben als mächtiger eingestuft wird. Denn oftmals muss man sich erst einmal trauen, bestimmte Kleidung zu tragen. Nicht selten erkennt man eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit, wenn es darum geht, wie man sich kleidet und somit präsentiert und wie man es gerne würde oder in der Fantasie schon lange tut.

Um sich weiter zu entwickeln, ist Mut gefragt. Und Selbstvertrauen. Das Zauberwort ist aber: Authentizität. Nur wenn Inneres und Äußeres zusammenpassen, hat man Erfolg. Daher reicht es nicht aus, sich mit teuerem oder speziellem Schmuck einer Lifestyle-Kultur sprichwörtlich zu behängen. Eine Mogelpackung wird schnell erkannt und noch schlimmer ist es für den Schummelnden selbst, der sich so nicht wohl fühlen kann. Daher bekommt der berühmte Werbeslogan „Weil ich es mir wert bin“ eine tief greifende Bedeutung. Selbstwertgefühl kann man nicht vortäuschen. Man kann es allerdings erlangen und erhöhen.

Das Selbstwertgefühl stammt wiederum von den Fähigkeiten, die auch schon den „Stärksten“ der Urzeit ausmachten. Wie man mit körperlichen Bedürfnissen, zwischenmenschlichen Problemen und Herausforderungen umgeht, bestimmt es ausschlaggebend. Wer seine Talente, Fähigkeiten und Wünsche erkennt und als wertvoll erlebt und dann auch so präsentiert, der war schon im steinzeitlichen Stamm unentbehrlich und wird im heutigen Gefüge ebenfalls reich dafür belohnt werden.

Der nette Junge von nebenan, der seinen sozialen Status ändern möchte und plötzlich Maßanzüge trägt, wird sicherlich nicht so ohne Weiteres als das akzeptiert, was er nun sein möchte. Hier muss zuvor das Selbstwertgefühl so stark werden, indem man sich etwa Bedürfnisse nach einem anderen Umgang, nach mehr Geld, etc. eingesteht und diese dann auch verwirklicht und befriedigt. Wer diese Kraft nicht hat, wer anderen keine Bedrohung durch seine Veränderung und sein Streben aufwärts sein möchte, wer solche Wünsche nicht ernst nimmt und sie in die Tat umsetzt, der bleibt ewig der gleiche Junge, der in Jeans und T- Shirt denselben Job macht oder das gleiche Mädchen, dass sich besser nicht hervortut, weil es Konkurrenz oder Kritik fürchtet.