Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Typisch weiblich und typisch männlich oder doch lieber androgyn

Der persönliche Geschmack zählt im Gegensatz zur vielmals geachteten Globalisierung immer noch am meisten. Mode, Figuren und Haare sind individueller denn je. Gertenschlank wollen zwar einige sein, aber nicht alle. Vele Menschen wollen sich in ihrer Einzigartigkeit „perfektionieren“, doch das bedeutet noch lange nicht, einem Standard entsprechen zu müssen. Und auch die Sexualität bestimmt stärker als die Modewelt, was als schön gilt. So auch bei den Modetrends, die noch immer nicht von eigenwilligen Designern gesetzt werden.

Mann und Frau beim Einkaufen

In unnatürlichen Modekreationen verbringt kaum jemand sein Leben. Dass Frauen und Männer verschiedene Vorstellungen von Schönheit haben, gilt aber immer noch. Denn so sehr sich viele Frauen bemühen, in die kleinsten Kleidergrößen zu passen, so wenig mögen die meisten Männer burschikose Figuren an ihrer Seite.

Anscheinend hat auch das Klima einen Einfluss auf das Beautyideal. In wärmeren Gegenden gelten schlanke Körper als erstrebenswert, in kalten mollige. Das erklärt sich beinahe von selbst und wirft die Frage auf, ob das Schönheitsideal durch künstliche mediale Maßnahmen verändert werden kann oder einfach im Unterbewusstsein verankert ist. Wem es gut geht, der ist attraktiv. Das kann je nach Umfeld also verschiedene Attribute nach sich ziehen. Geschmäcker sind und bleiben aber verschieden und Menschen auch. Mehr denn je wird die Mode zum Selbstausdruck verwendet.

Bis auf die Schwankungen, die das Männerbild durchmachte, bleibt es sonst im Gegensatz zu den Idealen, die für Frauen gelten, ziemlich veränderungsresistent. Breiter Oberkörper, gesunder Haarwuchs und schlanker Unterkörper sind die Anforderungen, die an Männer gestellt werden, denen sie durch die Natur auch mehr oder weniger genügen. Sonst wird eben nachgeholfen, sei es durch Sport, Schulterpolster oder wie im Rokoko durch Perücken.

Heute wird aber auch erwartet, dass Männer viel gepflegter sind als je zuvor. Viele Männer legen viel höheren Wert auf ihr Erscheinungsbild als früher. Der Begriff vom „Metro-Sexuellen“ geistert durch die Medien und beschreibt den Mann, der selbst Cremes verwendet, gut riecht und stets gut gekleidet ist. Auch wenn der Ausdruck „Metro-Sexueller“ an sich bei den meisten Männern nicht gerne gehört wird, so pflegen und kleiden sich immer mehr Männer gerne und auch gewissenhafter. Und liegen damit genau im Trend, denn gepflegte Männer sind bei Damen heute gefragter, als schmutzige, ungekämmte „Rüpel“, die kein Verständnis für das Bedürfnis nach Schönheit haben.