Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Die ersten synthetischen Textilien erobern die Kleiderschränke

Die Aufwertung von Baumwollfasern darf nicht mit den künstlich erzeugten (den synthetischen) Fasern verwechselt werden.

Strumpfhose

Die Entwicklung der ersten synthetischen Textilfasern aus Polyamid erfolgte bereits in den 30er-Jahren und stellt einen markanten Punkt in der Textilverarbeitung dar. Polyamide sind Makromoleküle, was bedeutet, dass es sich um sehr große, weil sehr lange Moleküle handelt. Die Monomere, also die einzelnen Moleküle, wie sie in der Natur vorkommen würden, sind durch Amidbindungen bzw. Peptidbindungen miteinander verknüpft.

Diese Verbindungen sind sehr stabil, sie können kaum durch äußere Einflüsse wie Wetter, Wasser oder auch die höheren Kräfte, die in Waschmaschinen wirken, getrennt werden, sondern ausschließlich durch chemische Mittel. Auch Haare, Wolle und Seide sind chemisch gesehen Polyamide, sie weisen jedoch wesentlich kürzere Molekühlketten auf als ihre synthetisierten Pendants.

Wegen der starken Bindungen zwischen den einzelnen Molekülen und auch zwischen den einzelnen Molekülketten weisen die synthetischen Fasern hohe Scheuerfestigkeit, Elastizität, Biegefestigkeit und besondere Knitterarmut auf. Diese Eigenschaften und auch ihr gutes Trocknungsverhalten überzeugten nicht nur die Wissenschafter, sondern auch die Käufer, die Hausfrauen und die Träger dieser Kleidung. Auch die Hersteller von Bekleidungsstücken sind von den Vorteilen überzeugt - immerhin lassen sich diese Materialien auch unkompliziert verarbeiten und auch besondere Schnitte lassen sich wunderbar verwirklichen und überleben den Weg bis in die Waschmaschine des Käufers.

Und so wurden Polyamidfasern bis heute ständig weiterentwickelt und finden unter anderem bei Bade- und Sportbekleidung, Strumpfwaren und als Zusatz zu Baumwolle und anderen Materialien Verwendung, um diese haltbarer und vor allem auch spezieller formbarer zu machen. Heute wird hauptsächlich Benzin zur Herstellung von synthetischen Fasern verwendet, was die Forscher aber wieder vor eine neue Herausforderung stellt. Zum Vergleich sei erwähnt, dass man mit 50 l Benzin grob gerechnet 500 km Auto fahren kann oder 1.000 Polyamid-Strumpfhosen à 25 g produzieren kann.

Gut ist sicherlich, dass man diese im Beispiel erwähnten Strumpfhosen wieder weiter verarbeiten kann, der Rohstoff Öl also nicht vollkommen verloren geht. Ganz klar ist auch die Umweltbelastung geringer. Doch angesichts der ständig fortschreitenden Erschöpfung der Ölvorkommen unserer Welt werden auch synthetisch hergestellte Textilfasern auf eine alternative „Energiequelle“ umsteigen müssen. Betrachtet man die vielen Innovationen und Verbesserungen, die hinsichtlich Textilherstellungen in den letzten Jahrzehnten gemacht worden sind, lässt sich darauf vertrauen, dass wir auch in Zukunft nicht ohne Hemd und Hose dastehen werden.