Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Uniformität, Status und Stolz: römisches Recht galt auch für die Kleiderwahl

Die Toga an sich war ein großes, zu wickelndes Stück Stoff. Der rechte Arm blieb frei, doch sonst war der gesamte Körper locker bedeckt. Die Toga musste ordnungsgemäß angelegt werden, der Faltenwurf, der vorne am Hals entstand musste den Regeln entsprechen.

Kleidung im antiken Rom

Die Toga galt als Symbol des freien Römers, der sein Leben durch Rhetorik und Bildung den römischen Idealen anzupassen versuchte. Sklaven, Ausländer und Römer, die durch Vergehen an dem Staat ihr Bürgerrecht verloren hatten, durften die Toga nicht mehr tragen. Eine Schande, die somit sofort für jeden erkennbar wurde. Die Tunika wurde von allen Bürgern getragen, durch Streifen an diesem Hemdüberwurf konnte man den Grad des Status erkennen. Auch die Schuhe waren ein Teil dieser Kleidungsvorschrift. So durften etwa nur Senatoren schwarze Sandalen tragen.

Ein weiteres Kleidungsstück aus dem alten Rom ist uns allen wohl bekannt: die Stola. Die Stola wurde übrigens nur von Frauen als Zeichen ihrer römischen Herkunft getragen und das auch nur, wenn sie verheiratet war.

Heute sind bis auf die Toga alle diese Kleidungsstücke, solche, die in südlichen Regionen immer noch gerne getragen werden. Und somit ein Lebensgefühl vermitteln, dass von Wärme, Freude, Einfachheit geprägt ist. Vor allem durch den Schmuck, der dazu getragen wird, kann auch heute noch der Stil verändert werden, den man mit derartig leichtem, sommerlichem Gewand erzeugen kann.

Der Schmuck im alten Rom war auch ein Ausdruck des Status. So beispielsweise ein wunderschönes Amulett, die „goldene Bulla“ - sie war nur Kindern aus wohlhabendem oder gar elitärem Hause vorbehalten. Die Römer waren es in der Hochblüte ihrer Kultur gewohnt, im materiellen Luxus zu leben. Daher wurden auch die „Schmuckgesetze“ immer wieder Veränderungen unterzogen und an den um sich greifenden Wohlstand angepasst. Die alten Römer mussten manchmal sogar auch Verbote einführen, um zu verhindern, dass ein gesamtes Volk sich schmückte, wie es nur dem König oder dem Adel einst zu stand.

Und genau diese konforme Gesetzmäßigkeit wurde der Toga zum Verhängnis. Denn schon abends musste die Toga gefaltet werden, damit die immer aufwendigeren Unterschiede im Faltenwurf klar wurden.

Mit der explosionsartigen Expansion des römischen Reiches bekamen auch immer mehr Menschen das Bürgerrecht, womit die Toga zu tragen längst kein Privileg mehr war. Und so kam es, dass sich auch damals eine in Modesachen rebellische Jugend entwickelte, die den älteren Generationen zuwider entschied, die Toga nicht mehr zu tragen.