Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Kleidung ist mehr als nur Schutz vor Witterung

Es gibt auf den ersten Blick ganz einfache und logische Gründe, warum die Menschheit sich schon von je her in Gewänder hüllte. Immerhin gehen Witterung, Kälte und Hitze nicht spurlos an uns vorbei. Die ersten Kleidungsstücke bestanden aus dem Fell der Tiere, die gejagt und erlegt wurden. Das war einerseits praktisch, andererseits auch ein Statussymbol. Seht her - ich habe einen Bären erlegt! Ein Bärenfell war beispielsweise ein höheres Statussymbol als das eines Hasen. Außerdem konnte Kleidung schon in Urzeiten dazu beitragen, den menschlichen Körper vor Verletzungen zu schützen. Dieser Aspekt ist bis heute vorhanden und war es zu jeder Zeit - sei es einst als Rüstung für Ritter oder als Schutz bei Sport und Arbeit.

Fell als Schmuck

Achon damals in der Urzeit hatte Kleidung aber auch noch einen anderen Aspekt, einen anderen Nutzen, der ebenfalls bis heute erhalten geblieben ist. Es galt und gilt - in Anlehnung an das Beispiel mit dem Bärenfell - den eigenen gesellschaftlichen Stand darzustellen. Wir Menschen sind eben Rudeltiere und unsere Instinkte wollen beachtet werden. Schon von Anbeginn der Menschheit war es uns in die Wiege gelegt, uns einerseits sozial zu verhalten und andererseits eine hohe Position in diesen Gruppen zu erlangen. Und wenn das erreicht wurde, durfte man mit gutem Gewissen diese Erfolge zur Schau stellen.

Daher stammt die Geneigtheit der Menschen, sich zu schmücken. Und es wurde damit auch die Position, die man in der Gruppe und der Gesellschaft einnahm, repräsentiert. Das Überleben des Stärkeren war nicht nur in Hinsicht auf die Wildnis und die Gefahren der Umwelt gefragt - auch wenn es um die Fortpflanzung ging, wurde von jeher der Stärkere, der Mächtigere und somit Lebensfähigere bevorzugt. Schmuck bedeutete also in der Vergangenheit der Menschheitsgeschichte mehr als nur Verschönerung des Körpers - aber tut er das nicht heute auch noch?

Wie eine Auszeichnung trug man Schmuck also damals und auch heute sind Abzeichen noch geläufig. Aber auch der Mode- und der echte Schmuck tragen diese Wirkung mit sich. Ist nicht Schmuck stets ein Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe? Ist es nicht ein Unterschied, ob man sich mit Gold schmückt oder mit bunten Plastikblümchen?

Und das man als zugehörig zu einer bestimmten Gruppe erkannt werden kann, war auch schon seit Anbeginn unserer Zeit wichtig. Wenn nicht sogar überlebenswichtig. In der Urzeit musste schnell erkannt werden können, zu welchem Stamm man gehörte, denn in Sekundenschnelle musste in gefährlichen Situationen die Entscheidung getroffen werden, ob man angreift und flüchtet oder eine andere Person in Frieden lässt oder sogar beschützt.