Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Junge Römer und leidenschaftliche Griechen : Modenarren, Rebellen und Individualisten entdecken die Mode für sich

Der Soldatenmantel, der ja beinahe von jedem jungen Mann besessen wurde, setzte sich im Alten Rom als Alltagsgewand durch. Und wieder finden wir hier ein Zeichen dafür, wie die Kleidung das kollektive Bewusstsein ausdrückte.

antike Kleidung

Durch die vielen Eroberungszüge weit gereist, übernahmen die jungen Römer auch immer mehr Bekleidungsweisen aus der Fremde. Lange Hosen stammen aus den Bräuchen der Germanen und auch der Pelz setzte sich durch, den man im Orient kennen lernte. Die Älteren waren entsetzt.

Schließlich findet man in Überlieferungen auch schon Schilderungen des „Modenarren“, wie man ihn heute kennt. Es wurde modern, jeden Tag in anderer Bekleidung, in einem anderen Stil aufzutreten.

Man sieht, nicht nur Mode selbst ist klassisch. Auch das Verhalten der Mode gegenüber ist nur allzumenschlich und nicht neu.

In Griechenland war der „Chiton“ die Grundlage der Bekleidung. Dabei handelte es sich um ein langes Hemd, das meist aus Leinen oder aus Wolle gearbeitet war. Geschlossen wurde es nicht wie bei uns heute vorne, sondern an den Seiten. Eine Legende besagt, dass Frauen aus Athen einst einen erfolglosen Krieger mit den Nadeln, mit denen sie ihren Chiton verschlossen, erstochen haben sollen. Und daher beschlossen die Männer Athens der Sage nach, dass nur noch genähte Chitons getragen werden sollen. Doch die stolzen, jüngeren Generationen der Griechen ließen sich nicht gerne in Klassen einteilen und legten viel Wert auf persönlichen Ausdruck in der Kleidung.

Unterschiede und somit Individualität in der Kleidung gab es im alten Griechenland vor allem durch die verschiedenen Gürtel, die zu den Chitons getragen wurden. Auch Farbwahl und einfache Unterschiede in den Schnitten wandelten die Allerweltsbekleidung zu einem persönlichen Ausdruck. Auch Schmuck spielte damals schon eine große Rolle. Später wurde der Chiton immer mehr zu einem edlen Gewand, indem die Stoffe immer zarter wurden, aus denen er hergestellt wurde. Zuletzt waren diese Materialien beinahe durchsichtige, hauchdünne Stoffschichten, von denen so manche Frau auch heute noch angetan wäre.

Das übliche Schuhwerk zu dem Chiton waren Sandalen, sie wiesen auch damals schon eine Links- und eine Rechtskrümmung auf. Wenn man bedenkt, wie warm es in Griechenland sein kann, ist diese Art der Bekleidung passend. Und mit den zarten Sommerstoffen und weiten Schnitten sind wir wieder nicht weit davon entfernt, heute eine sehr alte Epoche wieder aufleben zu lassen.