Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Nicht nur klassisch, sondern antik: Mode im altertümlichen Rom und Griechenland

In der Antike waren Rom und Griechenland die bestimmenden Hochkulturen Europas. Kein Wunder also, dass die beiden Reiche auch in Sachen Mode tonangebend waren. Und das blieben sie mehr als ein Jahrtausend lang. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wenn man bedenkt, dass in diesen kulturellen Ballungszentren der Handel und auch die Handwerke weiter entwickelt waren, als irgendwo sonst zu dieser Zeit.

Frau in einer Toga

Durch die vielen erfolgreichen Feldzüge nach Asien und in den Orient wurden auch immer mehr Materialien entdeckt. Baumwolle, Färbemittel und die schon damals als exklusives Luxusgut angesehene Seide wurden mit in die Heimat gebracht. Schon damals war es ein Privileg der wohlhabenden Gesellschaftsschichten, solche Kleidungsstücke, die aus diesen importierten Materialien hergestellt wurden, zu tragen, denn sie waren sehr teuer. Heute sind sie auf jeden Fall um einiges günstiger, aber billig wird wohl auch heute noch keiner die kostbare Seide nennen, während die Baumwolle hingegen inzwischen zu unserem Alltag gehört.

Nicht nur der Preis sagte etwas über die Gesellschaftsschicht der Träger aus. So wie heute lässt sich behaupten, dass Handwerker, Bauern und Menschen, die viel körperliche Arbeit tun, sich nicht tagtäglich in Seide kleiden werden. Das wäre einfach unpraktisch und die Kleidung würde schnell kaputt gehen. Fazit: Wer schuftet, der kleidet sich anders als jemand, der nur geistige Arbeit vollbringen muss, etwas repräsentieren soll oder sich überhaupt nicht wortwörtlich „die Hände schmutzig machen“ muss, um an Geld zu kommen.

Doch auch die „alltägliche“ Mode - abgesehen also von den exklusiven Stücken, die aus dem Ausland kamen - wiesen im alten Rom und im alten Griechenland Unterschiede auf. Sowie bei uns heute Hosen, Röcke, T-Shirts, Hemden und Pullover, Jacken und Schuhe die Grundlagen unserer Kleidung sind, die sich aber von Jahr zu Jahr, von Stil zu Stil unterscheiden, so gab es damals die römische Toga.

Die Wahl der Toga war damals nicht so sehr Ausdruck des eigenen Geschmackes, wie man heute vielleicht annehmen würde. Zwar waren Farben üblich, jedoch gab es auch eine strenge durch die Politik festgelegte Ordnung, die bestimmte, wie man sich zu kleiden hatte - oder besser gesagt, wer was tragen durfte. Heute unvorstellbar in unseren Breitengraden, dass die Politik uns vorschreibt, was wir anziehen können. Doch diese alten römischen Regeln sind auch nicht zu vergleichen mit religiös begründeten Verboten, wie sie in den islamischen Staaten heutzutage beispielsweise noch ausgesprochen werden. Es war in Rom eine Ehre, einen politischen oder gesellschaftlichen Grad aufzusteigen und wie durch ein Abzeichen teilte sich dieser Grad durch die Kleidung mit.