Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Lycra: die erste elastische Faser leitet eine Revolution ein

Einen entscheidenden Schritt weiter kam die Textilindustrie durch Einführung der elastischen Fasern. Die Polyamidfaser war zwar schon um einiges dehnbarer als die Baumwollfaser, aber auch sie kann nicht als tatsächlich elastisch bezeichnet werden. Sie passen sich zwar dem Körper des Trägers an, aber im Gegensatz zu elastischen Fasern behalten sie dann auch diese Dehnung bei.

Lycra

Den Weg für elastische Textilien in die heimischen Kleiderschränke bereiteten Chemiker in Deutschland und Amerika – 1959 gelingt erstmals die Herstellung der so genannten Elastanfaser, die bis heute unter dem Markennamen Lycra bekannt ist. Diese elastischen Materialien können auf das Siebenfache gedehnt werden, lässt der Zug oder die Spannung aber nach, ziehen sie sich sofort auf ihre ursprüngliche Länge zusammen. Der Grund dafür liegt in der Struktur der Faser.

Wie viele Anwendungsgebiete diese Faser inzwischen einnimmt, erkennt man wohl erst, wenn man seine Aufmerksamkeit bewusst darauf richtet. Besonders Kleidungsstücke, die eng am Körper anliegen sollen, sind mit dieser Faser versetzt. Meist findet man das Wort „Lycra“ in der Auflistung der zur Herstellung des Kleidungsstückes verwendeten Materialien. Und auch Gummizüge in Unterwäsche wären heute undenkbar, wenn Elastan nicht so zielstrebig entwickelt worden wäre.

Noch ganz andere Ansprüche werden heutzutage an bestimmte Kleidungsstücke gestellt. So stellen ganze Berufsgruppen die Anforderung von Feuerfestigkeit an ihre Kleidung. Und das zu Recht, immerhin sollen ein Mann oder eine Frau der Feuerwehr nicht noch selbst in Flammen stehen, wenn sie ein brennendes Gebäude evakuieren.

Doch dieses Bemühen um feuerfeste Materialien ist gar nicht so neu, wie man vielleicht annehmen möchte. Bereits in der Antike bemühten sich Menschen in aller Welt, Cellulosematerialien wie Holz und Textilien beständiger gegen Feuer zu machen. Sie erreichten zumindest leichten Feuerschutz mit Hilfe von Weinessig und Alaun. Seit den 80er-Jahren werden insbesondere Stoffe aus schwerentflammbaren Polyesterfasern verwendet. Sie kommen auch im Bereich der Innenausstattung zum Tragen, vor allem dann, wenn eine Bedrohung durch offenes Feuer von Vornherein nicht auszuschließen ist.