Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Funktional und trendy: Sportbekleidung

Einen weiteren Siegeszug erlebten die chemisch hergestellten oder zumindest verbesserten Fasern im Alltag - auf dem Gebiet der Sportbekleidung, die mit dem Ende des zweiten Weltkrieges auch selbst immer stärker an Bedeutung gewann.

Funktionale Sportbekleidung

Bis in die 70er-Jahre kommen zur Herstellung von Sportkleidung aber in erster Linie Naturfasern zum Einsatz, da man ihnen lange Zeit besseren Tagekomfort nachsagte und annahm, dass sie im Vergleich zu Chemiefasern dem Körper einfach aufgrund ihrer Natürlichkeit besser bekommen. Durch viele wissenschaftliche Untersuchungen wurde später belegt, dass bei entsprechender Konstruktion Textilien aus Chemiefasern eine bessere physiologische Funktionsweise aufweisen als reine Naturfaserprodukte. Sicherlich eine Überraschung, die nur langsam Einzug in die Köpfe der Verbraucher hielt.

Noch lange war eine gewisse Skepsis gegenüber chemisch beeinflusster Fasern spürbar. Doch da immer mehr Hersteller selbst von diesen Fasern überzeugt waren, kamen sie auch verstärkt auf den Markt und irgendwann schien der Mensch alle Zweifel zu vergessen, sahen doch diese chemisch gefertigten Stoffe der Sportbekleidung auch besser aus, als die bekannten Naturfasern.

Und tatsächlich: Die auf der Haut aufliegenden synthetischen Fasern leiteten den Schweiß schnell und effektiv vom Körper weg, während die äußere Schicht der Kleidung meist aus Baumwolle bestand. Und diese sorgte und sorgt auch heute noch für Pufferung der unterschiedlichen Temperaturen und eine rasche Verdunstung der Feuchtigkeit, die der Körper bei sportlicher Betätigung produziert. Somit war die erste zweischichtige Wäsche entstanden und der Siegeszug der Funktionsbekleidung eingeläutet.

Ehe man sich versah, gab es dann ganz neue, einige Zeit zuvor noch undenkbare Eigenschaften von Textilien und Kleidungsstücken, die als purer Luxus erschienen. Das war sicherlich die Atmungsaktivität, die sich zuvor noch niemand auch nur vorstellen konnte. Doch wieder ist es ein tatsächliches Bedürfnis, dass den ausschlaggebenden Schritt in die richtige Richtung setzen lässt. Und zwar den passionierten Segler und Chemiker Bob Gore. Ausgestattet mit dem leidenschaftlichen Bedürfnis nach Wetterschutzkleidung, die er bei seinem großen Hobby, dem Segeln, vermisst und zugleich den Fähigkeiten eines Chemikers war es beinahe schon ein Leichtes, die atmungsaktive, aber dennoch wasserabweisende Kleidung zu entwickeln, die heute viele Sportler und noch mehr Menschen in kalten Jahreszeiten und Gebieten tragen.

Bob Gore experimentierte und forschte, bis er endlich herausfand, dass siebartige Teflon-Membrane die Wassertropfen von außen abhalten können, während vom Körper abgegebener gasförmiger Schweiß durch die Poren entweichen kann. Nur so kann der Träger auch von übermäßigem Schwitzen und ungesunder Erhitzung durch das Tragen von Wasser- abweisenden Materialien beschützt werden. Kaum entdeckte Bob Gore diesen Effekt, eroberte und revolutionierte seine Goretex-Bekleidung den Markt für Wetter- und Regenschutzbekleidung - bis heute.