Was für die Einen beinahe den Lebensinhalt und eine persönliche Philosophie darstellt, lässt so manchen anderen als Mittel zum Zweck mehr oder weniger kalt, und wieder andere haben nicht mehr als ein desinteressiertes Achselzucken übrig, wenn das Thema auf sie kommt: die Mode. Doch was ist Mode überhaupt und wozu brauchen wir sie eigentlich?

Schmuck als Auszeichnung der Starken, Körperkult und instinkthafte Statussymbole

Wenn man an Uniformen und Abzeichen von Soldaten denkt, erkennt man, dass der Einsatz von „Schmuck“ in seiner herkömmlichen Art immer noch benötigt wird. Doch auch um auf den ersten Blick zu erkennen, welcher Mann beziehungsweise welche Frau würdig war, zum Partner genommen zu werden, waren äußerliche Anzeichen nötig.

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Bis zum heutigen Kastensystem in Asien, dass die Rangordnung wohl so direkt wie keine andere Einteilung der Gesellschaft zeigt, sollten oder wollten Menschen sich nicht mit Mitglieder anderer Schichten einlassen. Was vor Tausenden von Jahren selbstverständlich war, hat sich bis heute in unserem kollektiven Unterbewussten noch stärker verankert und verselbstständigt. Die Stärkeren - heute wohl eher die Reicheren - trugen schon zu Zeiten der Völkerwanderung bessere Kleidung, kostbareren Schmuck, seltenere „Accessoires“ und oft auch aufwendigere Frisuren. Kommt uns das nicht immer noch sehr bekannt vor?

Der Unterschied ist wohl, dass heute jeder diesen Status durch Kleidung einfacher vortäuschen kann, damals aber nur kollektiv anerkannte Leistungen einen Menschen zu diesem Privileg brachten. Durch Modeschmuck und Imitate kann der Eindruck eines gehobenen Lebensstils inzwischen leicht erzeugt werden. Doch die Rangordnung besteht noch immer. Ein Mann, der eine goldene Uhr trägt, ist immer noch in einer höheren Position als ein anderer, der einen edlen, aber nicht derart kostbaren Zeitmesser sein Eigen nennt. War in der Steinzeit der körperlich stärkste Mann das Oberhaupt, so ist es heute eher der wirtschaftlich stärkste Mann.

Die (Hinter-)Gründe sind jedoch dieselben geblieben. Der potenteste Mann ist es vordergründig, der das Überleben der Rasse sichert. Doch viele Faktoren spielen in die Anerkennung als „zeugungsfähigster“ und somit „wichtigster“ Mann hinein. Wo zu Zeiten unserer Urahnen wilde Tiere, der Wechsel der Jahreszeiten und Krankheiten die größten Gefahren waren, die das Überleben bedrohen konnten, so ist es heute vor allem Armut, die uns Angst macht. Daher ist heute in den Augen der Frauen derjenige Mann der begehrenswertere, der auch finanzielle Sicherheit bieten kann.

Die Emanzipation der Frau soll aber auf keinen Fall angezweifelt werden, ganz im Gegenteil. Der Vergleich zwischen den Beziehungen und dem Erlangen von gesellschaftlichen Positionen zum Anbeginn der Menschheit und in unserer jetzigen Ära zeigt aber stets eine Gemeinsamkeit, die wir Menschen auf keinen Fall leugnen können - ob wir uns nun als emanzipiert, zivilisiert, erhaben oder als freigeistig ansehen: die Sexualität. Die Emanzipation der Frau, die nun selbstständig, also unabhängig lebt, steht dazu in keinem Widerspruch. Und nicht nur unter Männern herrschte stets eine Rangordnung, sie ist als geschlechtlich unabhängig zu betrachten. Und nicht nur Frauen nutzen Kleidung, Schmuck und andere äußerliche Attribute, um ihre gesellschaftliche Stellung zu erkennen zu geben.